Hallo zusammen,
normalerweise hat Jörg Recht.
Wenn sich eine der beiden hinteren Schrauben für längere Zeit unbemerkt lockert, dann hat die andere verbliebene feste Schraube praktisch alle auftretenden Reaktionsmomente aufzunehmen. Beim Gasgeben stehen die vorderen Schrauben (am Zylinder) unter Zugbelastung. Beim Bremsen wirken aber oft noch größere Kräfte, und hier sind es dann die beiden hinteren Schraubverbindungen, die unter Zug stehen. Wenn nun eine der beiden Schrauben dort lose ist, dann zerrt und biegt (!) die verbliebene feste Schraube am Aluguss, und dann gibt's nach einger Zeit eben dort den Dauerbruch, mindestens Anriss.
Wenn dabei die polradseitige Stelle öfter einen Riss zeigt, dann liegt das evtl. nur daran, dass eine lose Schraube auf der Fahrerseite schneller BEMERKT und bald wieder festgezogen wird). Wenn ein unaufmerksamer Fahrer das auf der Radseite nicht so leicht bemerkt, dann ist das das Problem.
Die Seite mit der losen Schraube kann klappern, aber bricht nicht aus: Unter Druck werden Kräfte aufgenommen, unter Zug zunehmend nicht mehr, und ein "Daranherumbiegen" wie auf der verbliebenen festen Seite gibt's auch nicht.
Eigenartig bei Bernd's Schaden ist, dass die vorderen Gewindelöcher am Zylinder nicht auch abgebrochen sind.
Der Schaden ist demnach nicht beim Fahren entstanden (beim Bremsen), sondern Bernd dürfte die "angerissene" Stelle entdeckt und den Bruch dann manuell "vollendet" haben, zwecks Reparatur. Wenn die intakte Stelle auf der Radseite mit einer festen Schraube versehen war zum Kaufzeitpunkt, dann war dies trotzdem der Ort, an dem die Schraube für längere Zeit lose gewesen sein muss oder ganz gefehlt haben muss. Der Anriss-Schaden entsteht ja auf der "rest-festen" Seite...
Grüße - Sparky
