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Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Donnerstag 3. Dezember 2009, 17:55
von DomZurHeide
Verkehrte! :wink:

Gase (und alle Flüssigkeiten sind im Prinzip Gase) sind in ihrem Fließverhalten (man merke auf, dass auch Gase fließen können) sehr empfindlich auf Temperaturen.
Flüssigkeiten, also durch Druck verflüssigte Gase, reagieren recht unterschiedlich auch Tempraturunterschiede. Manche Gase lassen sich erst bei sehr hohen Niedriggraden oder Drücken verflüssigen.

Doch Benzin ist im Temperaturbereich zwischen -15 und +40 Grad im "flüssigen" Zustand im "Fließverhalten" recht konstant. Als Gasgemisch ist es wesentlich kritischer.

Ich denke, dass ihr das berücksichtigen solltet.
Die Luftzufuhr ist ist dabei das aussschlaggebende Element.

Der Indikator ist also nicht das Fließverhalten der Flüssigkeit, sondern die Ansaugluft.
Kalte Luft hat "absolut" mehr Sauersoff für die Verbrennung! Was hat dann wohl heiße Luft??? O-)
Dünne Luft (also z.B. auf dem Reschenpass) hat "absolut" weniger Sauerstoff für die Verbrennung! (Prozentual ist es fast gleich)

Ich hoffe, dass ich dünn genug bebohrt habe...

dom

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 02:52
von Dieter-K
Hallo Chris,

im Ernst?

Dieter

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 07:11
von Jörg
Es ging doch um die Durchlaßfähigkeit der Düsen und ob die aufgestanzte Größe auch der Realität entspricht,Ansaugluft ,kalt oder warm ,passiert nicht die Düse um die es hier geht ,sondern passiert den Ansaugkanal und mischt sich dort mit dem angesaugten ,von der Hauptdüse durchgelassenem Benzin und wird so zum Kraftstoff/Luftgemisch für die Verbrennung ......

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 09:18
von Uwe
....dem kann man nur zustimmen.
Im übrigen hat der selbsternannte Dünnbrettbohrer, den Zusammenhang von Temperaturen und den unterschiedlichen Dampfdrücken der Flüssigkeiten vergessen .
Uwe

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 09:25
von winfried
Hallo Freunde,

Frage an die, die das studiert haben.

beim Lesen dieses Threads, habe ich mir noch einmal die Vergaserfunktionen angeschaut, die Dieter K
so wunderbar irgendwo hinterlegt hat.
Es stellt sich mir die Frage, ob im Düsenstock das Benzin allein durch die Schwerkraft ansteht oder auch durch den
Unterdruck des Vergasers gefördert wird. (Venturieffekt)
Wenn das Benzingemisch nur durch die Schwerkraft durch die Hauptdüse tritt, um dann vergast zu werden, sollte das Durchströmen
der Hauptdüse laminar erfolgen. Vielleicht spielt hier die Reynoldsche Zahl eine Rolle, von der laminare Strömung abhängig ist.

(Laminar im Gegensatz zu turbulent und dadurch vielleicht gestört)

Könnte es nicht sein, dass durch den Einfluss dieser Zahl die Düsen bei fortschreitender Nummerierung so unerklärliche Durchmesser
haben?

Oder ist das jetzt Kokolores?

Gruß Winfried

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 12:05
von Sparky
Hallo winfried,
in der Hauptdüse strömt nur das flüssige Benzin.
Dom hat schon recht: Die Viskosität des Benzins ändert sich nur wenig mit der Temperatur. Die Viskositätsänderung wird auch von der Dichteänderung etwa kompensiert: Hohe Temperatur führt zwar zu besserer Fließfähigkeit, aber auch zu geringerer Dichte. Letztlich strömt also eine fast identische Menge durch die Düse.

Die treibende Kraft für den Benzindurchfluss ist in erster Linie der durch die Engstelle im Ansaugrohr im Bereich Düsenstock erzeugte dynamische Unterdruck (der Düsenstock wird dabei turbulent umströmt). Dieser Unterdruck sinkt zwar mit steigender Temperatur und geringerer Luftdichte, so dass bei höherer Temperatur auch weniger Benzin abgesaugt wird. ABER es gibt noch einen weiteren wichtigen Effekt: Die Luftviskosität ERHÖHT sich mit der Temperatur (anders als bei Flüssigkeiten!). Dadurch befindet sich der Düsenstock zunehmend in einem Bereich mit STATISCHEM Unterdruck, weil es allerlei strömungsbedingte Druckabfälle auch davor gibt (die Luftfilterdose und der Luftfilter selbst). Durch diesen zusätzlichen statischen Unterdruck zieht wärmere Luft relativ MEHR Benzin aus der Düse, wodurch der Motor im Sommer fetter läuft.

So richtig fett läuft er natürlich erst bei total verdrecktem Luftfilter, ähnlich wie mit Choke.
Damit sollte jetzt alle Klarheiten beseitigt sein...
(Der Text musste leider von mir korrigiert werden.)
Grüße - Sparky :mcgreen:

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 12:23
von DomZurHeide
@ Uwe!
Ich möchte nicht nicht in deinem Stil antworten!

Also es geht hier um das Fließverhalten von Flüssigkeiten.
Der Dampfdruck hat mit Fließen nichts zu tun.
Es gibt auch noch einige andere bestimmende Faktoren für die Erzeugung des Gasgemisches in einem Vergaser, aber von denen habe ich nicht geschrieben.

Und ich behaupe immer noch, dass sich das Fließverhalten von Benzin im Temperaturbereich von - 10 bis + 40 Grad Celsius nur marginal ändert.
Bei anderen Stoffen, zum Beispiel Wasser, ist das anders.
Mehr habe ich nicht geschrieben.
Falls ich mich geirrt haben sollte, wäre ich um diesen Irrtum ärmer.

@ dieter

Ich bin mir ziemlich sicher.
Allerdings weiß ich nicht mehr, wo ich das gelesen bzw. vermittelt bekommen habe. Wie sich die anderen wichtigen Faktoren (z. B. Dichte, Kohäsion, Adhäsion, Luftgeschwindigkeit) in diesem Temperaturbereich verändern ist ja hier nicht gefragt.

dom


(Sorry. Sparky, wir waren fast gleichzeitig)

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 13:49
von Uwe
Moin dom,
vielen Dank vorab, das Du mit Deiner Schreibe wieder näher an die notwendige Sachlichkeit zurückgekommen bist. Ich erinnere noch gut, Deinen Vorschlag
"es erstmal mit mehr Frühzündung zu versuchen". Das hat mich tief getroffen. :'( Hättest Du meine Anfrage aufmerksam gelesen, so könntest Du daraus schließen, das ich nicht unbedingt ein absoluter Anfänger bin. Meine Hauptfrage ging dahin, ob die von mir beschriebenen Änderungen im richtigen Verhältnis zur erreichen Geschwindigkeit stehen.
Komme übrigens auch aus einem techn. Bereich. Die Zusammenhänge über die Druckverhältnisse, insbesondere nahe dem Dampfdruck, sind mir recht gut bekannt. :smile:
Nun zu Deiner Behauptung über die Fließfähigkeit von Flüssigkeiten.- Im Prinzip ist es weitgehenst richtig, aber trotzdem mußt Du bei Deiner Betrachtung den
Dampfdruck, vor allem bei 40 Grad Benzin beachten. Im Unterdruckbereich und höherer Temperatur steigt der notwendige Dampfdruck um, hier Benzin , flüssig zu halten. Ansonsten gibt es nur noch ein gasförmiges Gemenge.
Zum Abhschluß noch der aktuelle Stand meines Motörchens.--- Nach mehrmaligen Änderungen am Vergaser und natürlich den anderen bekannten Maßnahmen sind ca 38 Km/h erreicht, aber es ist zu laut, bin auch nicht davon überzeugt das bei den Drehzahlen die Lebensdauer der belasteten Komponenten ausreicht um einige 1000 KM abzuspulen.
Mein Ziel, die 35 Km/h Marke zu erreichen ist erreicht. Drehzahlreduzierung bei höherer Leistung könnte ein weiteres Ziel sein.
Zum Abschluß hier noch meine Meinung über die Veröffentlichung von Details und dem Schmücken mit fremden Federn.
Alle mir bekannten Änderungen sind irgendwann schon einmal durchgeführt und auch veröffentlicht worden. Meine aktive Mopedzeit war um 1960/61,
da wurde mit geringen finanziellen Mitteln an einem Zündapp Moped geschraubt bis ca. 80 Km/h erreicht wurden, Änderung des Vergasers, Auspuffführung, Fenster in Kolben gefeilt, Schlitze angepaßt, Vorverdichtung erhöht, Übersetzung geändert, mit dem Nachteil dass die Kette nicht lange hielt. Also will damit sagen ,das alles schon mal da war, werde aber nie behaupten das alles war meine Idee, aber kann sagen ich war mit dabei. :smile:
Nachsatz: Die Reynoldszahl kann hier nicht zur Anwendung kommen, da es sich um eine turbulente Strömung von niedriger Viskosität handelt.
Gruß
Uwe :trinken:

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 14:26
von winfried
Danke Sparky, danke Uwe,

war nur so eine Idee von mir, ohne dass ich eine technische Ausbildung
hatte. Hätte ja sein können. :sad:

Gruß Winfried

Re: Düsen und Durchflussmengen

Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 16:58
von Sparky
Hallo Uwe, Hallo zusammen,
meinen Text musste ich leider minimal korrigieren, siehe oben.
Die dimensionslose Reynoldszahl kann eigentlich bei jeder Strömung zum Einsatz kommen.
Ihre Größe entscheidet darüber, ob eine Strömung noch laminar oder schon turbulent ist.
Grüße - Sparky