Düsen und Durchflussmengen

Saxonette, Spartamet und andere
Dieter-K

Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Dieter-K »

Hallo Interessierte,

wenn ich Vergaser zur Revision bekam, war oft Dreck im Mischrohr oder der Düse die Ursache.
Manchmal liefen Motoren zu fett, ohne dass irgendwo Schmutz zu finden war. Ein neuer Luftfilter brachte auch keine Besserung.

Die Hauptdüse war schuld, bzw. der, der sie unsachgemäß gereinigt oder der sie gar aufgebohrt hatte.

Die Durchflussmenge der Düse bestimme ich mit einem Messfehler unter 1% mit folgender Hilfseinrichtung:
Saskia-Mineralwasserflasche von Lidl, 1,5ltr. In den Boden wird ein Loch gebohrt und ein M6-Gewinde geschnitten für Bing-Düsen.
TK-Düsen haben bei mir ihre eigene Flasche. Für die habe ich das Gewinde mit einer Düse geschnitten. Ein O-Ring 5x2 dichtet zwischen Düse und Flasche ab. Das ist wichtig für ein brauchbares Ergebnis.

Früher habe ich mit der Messflasche einen 17,5ccm-Messglas bis zum Rand gefüllt und die dafür nötige Zeit gemessen.
Das Verfahren hatte etwas Schwächen, weil ich nur zwei Hände habe und weil Wasser höher in ein Glas gefüllt werden kann, als theoretisch hineinpasst.

Heute lasse ich genau 60 Sekunden lang Wasser durch die Düse aus der vollen Flasche in einen Auffangbehälter laufen. Anschließend wiege ich den so gefüllten Behälter mit der 1/100g-Waage und ziehe das Gewicht des leeren Behälters ab. So bekommen ich die Durchflussmenge in der Einheit cm³/min.

Durchflussmengen unbenutzter, also neuer Düsen:

42 Bing 17,1 +/-2,3% noch nach altem Messverfahren an neuen Düsen
43 Bing 20,2 und 20,3 (zwei verschiedene, neue 43er)
46 Bing 20,6 Ausführung ohne Sieb
48 Bing 21,2 .....".........."....."
50 Bing 22,4 .....".........."....."

48 TK 22,2 +/- 3% noch nach altem Messverfahren an alten Düsen
52 INC für TK (Strebulator) 23,0 +/-3%
54 INC für TK (Strebulator) 28,0 und 28,8 (zwei verschiedene, neue 54er)
56 INC für TK (Strebulator) 27,2 SCHAU AN!

Wenn man die Ergebnisse auswertet, stellt man fest, dass
die 43er Bing absichtlich oder versehentlich aus der Reihe fällt. Zu dicht an der 46er, viel zu weit von der 42er.
Die 54 INC-Düse ist viel zu weit von der 52 entfernt. Die hätte wohl als 58er ausgezeichnet werden sollen.

Grüße - Dieter

Bild1: Die Messflasche
Bild

Bild2: Das braucht man sonst noch: Feinwaage mit Auffangbehälter, Taschenrechner, Stoppuhr.
Bild
Jörg

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Jörg »

Hab mich mal vor geraumer Zeit mit einer neuen 43 er Bingdüse rumgeärgert,der Motor lief permanent zu fett,jetzt weiß ich auch warum .....
Dieter-K

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Dieter-K »

Hallo Jörg,

darum wollte ich Euch meine Messungen nicht vorenthalten.

Motto: Eine vernünftige Analyse und Messung ist besser als Rätselraten.

Dieter
Roland
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Registriert: Montag 20. Oktober 2008, 20:22
Wohnort: Unna

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Roland »

Hallo Dieter,
schöne Studie und schöner Aufsatz!
Die Abweichungen sind bemerkenswert und zeigen auf, warum manche Selbstversuche mit Düsen einfach nicht den Erfolg brachten.

Gruß aus Unna
Roland
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tnt-dennis
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Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von tnt-dennis »

Hi Dieter,
schöne Messung.
Nimmst Du pures "Kraneberger" zur Messung oder machst Du es mit einem Tropfen Spüli weich?

Gruß
Dennis
Dieter-K

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Dieter-K »

Ergänzung zum Messverfahren.

Bing misst mit Luft. Ich messe mit Wasser. Im Betrieb fließt Benzin durch die Düse.
Kann das Verfälschungen zur Folge haben?

Nein, das Medium spielt zwar eine Rolle, aber die Ergebnisse bei gleichem Medium bleiben sowieso vergleichbar. Und nach dem Ählichkeitssatz der Strömungen aus der Physik können Strömungswiderstände in Luft umgerechnet werden in Strömungswiderstände in Benzin oder Wasser und umgekehrt.
Bei meinem Messverfahren nimmt der Druck geringfügig ab, weil die Flüssigkeitssäule, die auf der Düse steht, etwa 4cm an Höhe verliert. Das sind rund 0,4 Millibar Druckunterschied, die ich gerne vernachlässige.

Trotz aller Messfehler (Druckdifferenz, Zeitmessung, Waagentoleranz) bleibt der Messfehler unter 1%, wenn man sich Mühe gibt.
Und das tue ich meistens.

@ Dennis:
Das Weichmachen wäre mal einen Versuch wert, wenn wir deutschlandweit vergleichen wollen. Unsere Wasserhärte in GE liegt fast auf dem Niveau von Regenwasser.

Dieter
Sparky

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Sparky »

Hallo zusammen,
das ist sicherlich ein sehr gutes Messverfahren, um Vergleichswerte zu erhalten.
Aber wenn man schon genau messen will, und mit diesem Verfahren geht das,
sollte bei möglichst einheitlicher Wassertemperatur von z.B. 20°C gemessen werden.
Viskosität und Dichte von Wasser sind nämlich temperaturabhängig.
Spüli ist so 'ne Sache. Könnte die Viskosität geringfügig erhöhen (lange Molekülketten).
Wäre andererseits vorteilhaft, um irgendwelche bremsenden festsitzenden Luftblasen abzulösen.
Einige Tropfen pro Liter Wasser sollten aber OK sein...
Grüße - Sparky :wink: *THUMBS UP*
Mike

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Mike »

Hi Dieter

Schöne Arbeit
Die 56er mit Ihrem rückläufigen Ergebnis erstaunt mich ein wenig

Mogliche Fehlerquelle ist Deine PET-Flasche :klugscheiss:
Du kannst sie durch geringfügig unterschiedliche Handhabung verschieden stark zusammenpressen und dadurch unterschiedliche Druckverhältnisse herstellen.
Besser wäre ein nicht verfombarer Glasbehälter mit Luftloch oben (sonst stört der steigende Unterdruck in der Falsche, je mehr schon an Wasser herausgelaufen ist.)

Falls Ihr einen Kondenstrockner benutzt, da kommt Kondenswasser raus.
Ist ultraweich und immer gleich.
...und was sich reimt ist gut (Frei nach Pumuckel)

Servus
Mike
Sparky

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von Sparky »

Dieter-K hat geschrieben:In den Boden wird ein Loch gebohrt (...)
Hallo Mike,
hatte schon einen Riesenschreck bekommen, etwas überlesen zu haben...
Aber ohne das Loch - da würde man nur Bahnhof messen.
Das hätte Dieter bald gemerkt...
Grüße - Sparky :mcgreen:
DiDi
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Registriert: Montag 20. Oktober 2008, 19:27
Wohnort: 42 Remscheid

Re: Düsen und Durchflussmengen

Beitrag von DiDi »

Dieter,
Ist schon bemerkenswert ,wie Du Deinen Erkenntnissgewinn mit uns teilst ,
Deine Testergebnisse in Zahlen können sogar einem Laien wie mir, einen eingänigen Zusammenhang vermitteln ,
Deine Beharrlichkeit bis dahin ist schon beeindruckend

Gruß DiDi
Für den inneren Schweinehund gibt es eine Erklärung aus der Evolution ; er muss uns zugelaufen sein .
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