Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Saxonette, Spartamet und andere
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Dampframme

Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Dampframme »

Da gab es mal von einem Händler einen Tip, das man für das Polrad keinen Abzieher braucht.
Da schrieb jemand das man die Linksmutter bündig abdrehen sollte und mit einem Schlag auf die Kurbelwelle würde sich
das Polrad lösen. Im Ende stimmt alles...hat allerdings einen übelen Beigeschmack.
Ich habe es 2mal gemacht , dadurch hat sich die Kurbelwelle mit der Kupplung gegen die Glocke gedrückt.
Das Lager auf der Polradseite wird ja durch den halben Ring gehalten und die Kurbelwelle hat sich beim schlag mit dem Hammer um 1,2mm nach innen gedrückt. Die Kupplung schliff somit am Innenrand der Glocke mit den Nieten und am äußeren Rand der Beläge.
Also nicht immer alles glauben was einem so erzählt wird.

Hier entsteht der Spalt (Nur zu Demozwecken im Schraubszock eingespannt)
Bild

Schleifspuren in der Glocke ( Lautes Geräusch )
Bild

Schleifspuren an der Niete und am Belagträger
Bild

Ich werde also nicht mehr mit dem Hammer das Polrad lösen, wegen den Nebenwirkungen.
goodhubi

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von goodhubi »

nuja....also auf die kurbelwelle schlagen würd ich auch nicht.... wenn ich gerade keinen polradabzieher zur hand habe klemme ich einen grossen schraubenzieher zwischen motorgehäuse und polrad, erzeuge etwas spannung und schlage mit einem GUMMIhammer aufs polrad..... geht ab!...aber ein polradabzieher ist schon das beste, klaro
Sparky

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Sparky »

Hallo zusammen,
mit dem Schraubenzieher unter "Abdrückspannung" gesetzt,
merkt man SOFORT (wichtig!) dass sich das Polrad gelöst hat.
Außerdem wirkt so auf das Polrad eine zusätzliche lösende Kraftkomponente,
und das kann sich nur positiv auswirken...
Aber ein Gummihammer ist sicher NICHT das beste Werkzeug.
Denn es gilt, mit einem möglichst harten, aber nicht zu starken Stoß
gerade die Massenträgheit des schweren Polrads zum Lösen einzusetzen.
Dazu muss der Hammer möglichst HART sein, darf aber nur KLEIN sein.
Und sobald sich das Polrad gelöst hat, ist jeder weitere Schlag schädlich!

Was die Schadwirkung auf die Kurbelwelle usw. betrifft:
Im Prinzip ist es so, dass auch der Löseimpuls beim "Abspringen"
eines festsitzenden Polrades vom Wellenstumpf (mit Polradabzieher!)
einen etwa vergleichbar starken Stoß auf die Kurbelwelle ergibt.
Denn dort stützt sich das Werkzeug ja ab, und es macht PENG!
Impulsgleichgewicht: Der Löseimpuls wirkt in Gegenrichtung auf die Kurbelwelle.
Gleichwohl ist man mit einem Polradabzieher automatisch auf der sicheren Seite.
Ein unnötig hoher Impuls auf die Kurbelwelle wie von einem allzu kräftig geratenen Hammerschlag,
(womöglich einem zuviel, weil das Polrad schon vorher ab war) ist mit einem Abzieher nicht möglich.
Soweit die Polradabzieher-Impulstheorie... :mcgreen:
Grüße - Sparky :wink:
Dieter-K

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Dieter-K »

Hallo Edelbastler,

solange ich Klapperpolräder selbst bezahlen muss und nicht nach vorne in den Laden gehen kann, um ein neues aus der Schublade zu nehmen und später in Rechnung zu stellen...solange behandele ich diese Teile behutsam und benutze immer den Polradabzieher.

Einen krummen Kurbelwellenzapfen habe ich schon einmal mitgekauft. Einen gebrochenen Hauptlageraußenring auch.

Dieter
Mike

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Mike »

Sparky hat geschrieben:...Soweit die Polradabzieher-Impulstheorie... :mcgreen:
Grüße - Sparky :wink:
Kann ich quantenmechanisch-theoretisch voll und ganz vor meinem geistigen Auge nachvollziehen Sparky *THUMBS UP*

Zur Hammerschlag Impulstherie kann ich Euch einen aktuellen Messwert aus Selbstversuch liefern.

Ich hatte eines der begehrten 24x559 Hinterräder mit einer gebrochenen Speiche (...vermute Schlossknackser beim Losfahrversuch - Höhe würde passen)
Nach missglücktem Schweissversuch (=sicherer Totalschaden) und keiner weiteren Verwendung der äusseren Speichenreihe habe ich bei allen Speichen den Hammertest gemacht.

Gefühlsmässig (so eine Speiche sieht verdammt stabil aus...) zum 180er Eisen gegriffen.
Beherzter Leichtschlag (Marke Daumen blau) = Pling, Speiche durch =-O

Kleineres Eisen gewählt, Ergebnis identisch.

Schon ein 60 Gramm Zisilierhämmerchen reicht -um mit etwas Pfeffer dahinter- die Speiche durchzuhauen.
Ich war erstaunt von der geringen Festigkeit der Speiche bei seitlicher Schlageinwirkung.
Ich garatiere Euch das jedes massive Stöckchen im Wald ab Fingerdicke eine Speiche im Fahrbetrieb durchhauen kann, sollte es in den Hinterreifen springen.

Das Rad verwende ich später nochmal mit dem inneren Speichenkreis in neuer, hoffentlich eingespeichter Felge - dazu ein Anderes mal mehr.

Zu den Kugellagern auf der Kurbelwelle.
Schätze das ab 10N seitlicher spontanener Stosseinwirkung so ein Kugellager Rattermarken hat.

Klar wirken mit einem Abzieher viel mehr als 10N wenn man den anknarrt, bis sich das Polrad löst.
Aber da wirkt die Kraft gleichmässig auf das Kugellager und die Welle bekommt keinen Seitenschlag ab.
Das Kugellager ist danach dennoch mit Rattermarken versehen und Schrott.
Würde nie zum Hammer bei einem Kugellager und/oder Welle greifen.

Gruß
Mike
Dieter-K

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Dieter-K »

Hallo Mike,

zum Glück wirkt mit Abzieher auf das Kugellager zunächst mal überhaupt keine Kraft.
Die Kräfte bauen sich nur zwischen dem Eisenkern des Polrades und dem Konus des Kurbelwellenzapfens auf.
Wenn das Polrad sich löst, dann gibt's den Impuls nach Sparky. Den müssen dann Innenring, die Kugeln und der Außenring verdauen.
Das Lösen vom Konus knallt zwar spektakulär. Wie hoch die Kräfte sind, die dabei auftreten, will ich zu so später Stunde nicht abschätzen.
Das scheint nicht so viel zu sein, weil ein lose liegender Motor nicht von der Werkbank hüpft.

Herr SKF sagt dazu in seinem Hauptkatalog, dass die axiale Belastung von Rillenkugellagern allgemein 0,25 x statische Tragzahl nicht überschreiten soll. Stat. Tragzahl ist bei unserem Lager 3100N; das mal 0,25 =775N. Von daher würde ich Entwarnung beim Abziehvorgang geben. Bei kräftigen Lagern innerhalb einer Bohrungsgruppe - bei uns kommt das zweitkräftigste 12er Lager von fünf verfügbaren zum Einsatz - darf sogar mit 0,5 gerechnet werden. Deshalb bleibe ich ohne Panik beim Abziehen. Ein Hammer hinterlässt da schon einen deutlicheren Fingerabdruck als der Abzieher.

Ein Abzieher bringt immer die minimal erforderliche Kraft auf, um eine Verbindung zu trennen. Die Intensität eines Hammerschlags hängt dagegen vom Nährwert des Frühstücks ab, das der Monteur genossen hat.

Meine ich so - Dieter
Mike

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Mike »

Da spricht einer vom Fach, das merkt man *THUMBS UP*

Würde auch nie ohne Abzieher zu Werke gehen Dieter.
Schön zu Wissen das es die Lager sogar überleben, hatte sie bisher immer auf Verdacht getauscht.

A guats Nächtle
Mike
Sparky

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Sparky »

Hallo zusammen, ich nochmal...
Das mit dem Hammer und dem axialen Stoß aufs Kugellager ist klar.
Aber mal was anderes:
Sollte da zwischen Kupplung und Glocke nicht auch irgendeine Distanzscheibe sein,
die verhindert, dass sich die Kupplung der Glocke so unbotmäßig annähert?
Und was ist, wenn man die vorher irgendwann mal vergessen hat... =-O :redface:
Grüße - Sparky :wink:
Dampframme

Re: Der Tip mit dem Hammer taucht nix.

Beitrag von Dampframme »

Nein Sparky, steckt nur ein Nadellager drin, siehe Link, da hättest du aber auch selbst drauf kommen können :wink:

http://spartamet.sekeris.nl/boekje/Explodedviews.pdf
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