Aus einer Mücke wird ein Elefant

Saxonette, Spartamet und andere
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Sporti
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Aus einer Mücke wird ein Elefant

Beitrag von Sporti »

Hallo,
heute hatte ich Besuch von jemanden, aus der Nähe, der seine Saxonette nicht richtig ans Laufen bekam, bzw. ging immer wieder aus.
Er hatte sich vor kurzen eine gekauft, weil seine vorherige geklaut wurde.
Um 1 Uhr war er da. Ich repariere bekannlich nur, wenn der Besitzer dabei ist und mithilft.
Er hatte ein 87er Damenmodell, 199 er Motor, auf dem ersten Blick gepflegt und original.
Der eckige Auspuff war durch einen runden ersetzt, gute Schwalbereifen drauf.
Ansonsten weitestgehenst originaler Zustand.
Sie sprang nicht an.
Nun, Zündkerze raus und nachgeschaut, ob da ein Zündfunken vorhanden ist.
War vorhanden, nur eine komplett falsche Zündkerze.
Wurde durch eine richtige ersetzt.
Dann konnte es ja nur der Vergaser sein. Abgebaut und die Düse gereinigt, war nicht ganz frei. Lichtest positiv.
Da konnte man an der Membranplatte sehen: der Motor war mal geöffnet worden.
Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ?
Mit meiner optimierten Membranplatte den Versager wieder drangebaut.
Ein neuen Benzinschlauch, mit einem neuen Filter und einem neuen Benzinhahn noch montiert. Der erwies sich später als undicht, war wohl überlagert..
Probleme gelöst ? Müsste jetzt anspringen.
Flötepiepen
Beim Anbau des Luftfiltergehäuses brach ein Kabel der Zündspule ab, hing nur an einer Ader, ein anderes war auch nicht besser.
Kein Problem, kann man wieder anlöten. Das hätte auch unterwegs passieren können, wäre dann ziemlich ärgerlich gewesen.
Seitendeckel abgebaut und mal aus Spass und Dollerei am Polrad gedreht.
Uijuijui, da gab es Widerstand, als wenn der Kolben einen Klemmer hatte.
Watt nu ?
Jetzt muss der Motor geöffnet werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.
Also erstmal Abendessen, Benzinquatschen und danach die Spule neu verkabeln.
Und dann den Motor abbauen. Geht ja schnell. Ist ja kein Hexenwerk, dachte ich.
Beim entfernen des Ritzels zeigte sich mein Abdreh-Werkzeug als völlig ungeeignet, weil die Achse so kurz war, das kein Gewinde zum Fixieren einer Mutter übrig war.
Blieb nur noch die Meißel und Hammer-Methode oder das Ritzel demontieren und im Schraubstock abdrehen.
Funktionierte, aber zerbrach dabei, egal, habe mehrfachen Ersatz da.
Alles abmontiert vom Motor, und beim Trennen der Gehäusehälften sah man; der Entlüftungskanal war zugekleistert.
War wohl ein Edelschrauber am Werk.
Die Zahnräder hatten etwas zu viel Seitenspiel. Kupplung was o.K.
Der Kolben hatte kaum Riefen, der Zylinder war komischerweise riefenfrei.
Das Getriebe-Öl wollte ich in einen Topf kippen, war etwas zu wenig drin, áber dabei kam erheblich mehr Öl aus dem Motor als anscheinend im Getriebe drin war.
War eine richtige Sauerei, weil das meiste daneben ging.
Grund: das Öl befand sich im Auspuff, und zwar ziemlich viel, das durch den Auslass beim Kippen mit herauslief.
Also Auspuff auch abgebaut, war noch viel Öl/ Benzingemisch drin.
Sowas hatte ich noch nicht.
Der Simmering war noch der Originale von 87 und dichtete nicht mehr ab. Die anderen waren auch Fricke.
Aber die Simmeringslager waren gekörnt. um ein herausrutschen derselben zu verhindern.
Der Kolben wurde vom Ruß befreit und zum Testen in den Zylinder gesteckt.
Ein Kolbenklappern war so vorprogrammiert.
Anscheinend ein B-Zylinder, hatte jemand jedenfalls handschriftlich eingraviert, aber ein C-Kolben passte besser, den hatte ich als guten gebrauchten noch da. Der ging saugend in den Zylinder.

Bei den Gelegenheiten konnte ich zeigen, was man alles braucht und worauf man achten muss.
Der gute Mann hätte sich nie getraut, alleine so weit zu gehen mit der Montage.
Da gibt es zu viele Tricks, die man einfach wissen muss.
Jetzt war es 21 Uhr und Zeit abzubrechen.
Ein kleines Unwetter bahnte sich zudem an.

Nach meinem Urlaub beim Saxonettentreffen machen wir einen neuen Termin, um gemeinsam dem Motor wieder zusammenzubauen.
Alleine mache ich nichts.
War doch alles nicht so einfach, wie anfangs gedacht , mal eben.


Dann wird vor allen Dingen in Ruhe alles gründlich fertiggestellt und das Modul entdrosselt um weiter Motorschäden zu vermeiden..
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Re: Aus einer Mücke wird ein Elefant

Beitrag von Sporti »

Nachtrag:
Die Menge der Benzin/ Öl Flüssigkeit könnte daher stammen : Der Vergasermembrane war vorher undicht, dadurch wurde bei den Startversuchen ausgelaufenes Benzin direkt in den Auspuff befördert. Die Membran wurde vom Besitzer ersetzt, aber das Benzin war immer noch im Auspuff.
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Re: Aus einer Mücke wird ein Elefant

Beitrag von Lusi »

Hallo Sporti
Da ist aber aus einer sehr kleinen Mücke ein wirklich riesiger Elefant geworden. Hut ab, gekonnt ist gekonnt *THUMBS UP* .
Gruß, Lusi
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