Saxonette mit Startschwierigkeiten

Saxonette, Spartamet und andere
Erwin111

Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von Erwin111 »

Hallo, mein Name ist Gerd, wohne in einem Vorort von Bonn, und habe vor 2 Jahren eine Saxonette Classic (Bj. 1996, mit Rücktritt und Elektrostarter) geerbt, die zuvor etwa 2 Jahr nicht benutzt worden war. Nach einer unbefriedigenden Wartung in der Werkstatt des Verkäufers (Fahrradgeschäft) lief die Saxonette leidlich (ließ sich u.a. schlecht starten). Seit einigen Monaten bemerke ich, dass die Zugkaft des Motors nachläßt, je wärmer er wird, und dass er zunehmend knattert (Auspuff ist o.k.). Seit einigen Wochen nun läßt sich der Motor nicht mehr starten, wenn er nach kurzer Fahrt (ich fahre immer nur 1-2 km ins Ortszentrum) abgestellt wurde. Durch die Startversuche säuft der Motor stets ab (Zündkerze stark naß, Benzin tropft unten aus dem Motor). Ich habe die Zündkerze ausgetauscht (war schwarz, ansonsten optisch o.k.), jedoch ohne Erfolg. Wenn die Saxonette wieder einige Stunden unbenutzt gestanden hat, läßt sie sich nach wenigen Versuchen wieder starten. Der Fehler scheint in etwa dem zu entsprechen, den parafly4 am 21.10.2009 in diesem Forum geschildert hat. Ich habe die damaligen Lösungsvorschläge sorgfältig gelesen, kann dieser aber mangels Erfahrung nicht umsetzen. Offen gesagt, weiß ich nicht, wie der Bing-Vergaser auszubauen ist, geschweige denn, dass ich mir zutraue, ihn in seinen vielen Einzelteilen wieder zusammensetzen zu können. Meine Frage daher: Kennt jemand einen wirklich kompetenten Fachmann im Umkreis von bis 75 km um Bonn, dem ich die Saxonette zur Reparatur anvertrauen könnte ? Jeder Rat ist willkommen. Vielen Dank.
nicht mehr Mitglied

Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von nicht mehr Mitglied »

Hi Erwin , :welcome:

in Bonn kenne ich " HORST " ( Siehe Mitgliederliste ) der sich schon prima
mit der Saxonette auskennt .
Auch kann er Dir evtl. wenn ihr Euch über PN abstimmt behilflich sein.

Mußt halt nur mal mit Horst kontakt aufnehmen.

Eine vorläufige DIGNOSE zu Deinem problem >>>>> Tippe auf Vergaser

mfg Bernd
Sparky

Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von Sparky »

Hallo Erwin 111,
was mit dem Vergaser los ist, wird dir klar sein:
das System Schwimmer/Nadel dürfte die Benzinzufuhr nicht mehr so richtig unterbinden, wenn der Benzinstand höhersteigt. Dadurch läuft der Vergaser dann irgendwann über bei allzu vielen Startversuchen (ohne richtigen Benzinverbrauch). Der Überschuss gelangt in den Motor, lässt ihn absaufen, und/oder tropft hinten ab...
Auf Stellung "0" dagegen scheint alles OK, denn da tropft nichts.

Wichtig wäre jetzt beim Warmstart vor allem, den Choke NICHT zu ziehen!
Und wenn gestartet wird, dann möglichst bald nach dem Schieben von "0" auf "1",
und dann auch möglichst gleich den Drehgriff etwas ziehen und sofort losfahren.

Wenn du schreibst, dass er nach einiger Zeit KNATTERT,
dann wäre die Frage: Ist das quasi "leise", ein unruhiger Motorlauf (sog. "viertakten")?
Das wäre bei einem allzu fett laufenden Motor normal.
Oder ist es mehr ein lautes Gezischel???
Dann solltest Du dringend auch mal die vier Auspuffschrauben auf festen Sitz prüfen,
weil dann der Motor lastabhängig an seiner Auspuffdichtung zerrt und arbeitet,
was auf lose Auspuffschrauben oder auf ein gerissenes Auspuff-Halteblech hindeutet.
Das muss dann bald repariert werden, denn der Motorblock kann Risse bekommen,
wenn er nicht mehr stabil an 4 Punkten mit dem Auspuff verschraubt ist...

Grüße - Sparky :wink: *THUMBS UP*
nicht mehr Mitglied

Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von nicht mehr Mitglied »

Hi Sparky ,
... meinst Du nicht das er mit Deiner ganzen Theorie jetzt überfordert ist .

( Jetzt sitzt der Erwin vor der Saxo , und ist genau so schlau wie vorher )

Lass ihn doch erstmal mit Horst kontakt aufnehmen und Horst schaut sich die Saxo an
und wird berichten.

mfg Bernd
Erwin111

Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von Erwin111 »

Lieber Bernd, lieber Sparky
Vielen Dank für Eure umgehende Hilfestellung.
Sparky, den Versuch, ohne Choke (=0) im warmen Zustand zu starten, habe ich noch nicht unternommen. Das werde ich auf jeden Fall nachholen. Was das Knattern anbelangt, trifft wohl das zu, was Du als "viertakten" bezeichnest. Der Auspuff sitzt fest. Das habe ich überprüft. Es ist durchaus nicht so, dass ich technisch völlig unbegabt wäre oder nicht gerne rumbasteln würde. Aber in diesem Fall habe ich so gar keine Vorstellung davon, wie konkret vorzugehen ist. Daher fürchte ich, dass ich nur noch mehr kaputtmachen würde. Ich werde daher auf jeden Fall versuchen, wie angeraten, mit Horst Kontakt aufzunehmen. Denn das Fahren mit der Saxonette macht eigentlich Spaß, auch wenn es für meinen Geschmack, nicht selten etwas zu viel Aufmerksamkeit bei den Passanten hervorruft.
Beste Grüße Gerd (erwin111 ist nur der Nickname)
horst

Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von horst »

Hallo Erwin -
Sieh mal unter PN -
Gruß Horst/Bonn
Sparky

Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von Sparky »

Hallo zusammen,
so ein bisschen Vergasertheorie wird niemanden überfordern - denke ich.

@Erwin:
Ohne Choke ist nicht "0", sondern "1".
Auf "0" kannst Du ziehen, soviel Du willst, da ist die Zündung aus.
Außerdem kannst Du da nicht einmal am Drehgriff drehen...
Bei "Choke" ist so eine Art Drosselklappe auf dem Starthebel zu sehen.
Hast Du wahrscheinlich verwechselt.
Auf "0" zu ziehen, trocknet allerdings den abgesoffenen Motor von innen.
Wenn man es oft wiederholt - der Benzinzufluss von oben ist dabei ja zu.
Grüße - Sparky :wink:

Nachtrag:
Hab' gerade mal was überprüft, und das ist eventuell keinem von Euch bisher aufgefallen:
Normalerweise ist das Vorgehen bei abgesoffenem Motor ja so, dass man bei OFFENER Drosselklappe (bzw. Gasschieber mit Drehgriff ganz aufgezogen) den Motor mehrmals durchdrehen soll, um ihn so von innen zu trocknen. Und zwar ohne dass Benzin nachfließen kann. Genau das geht offenbar auch beim Saxonettenmotor, und zwar wie folgt:
Starthebel auf "1", dann Vollgas am Drehgriff, und dann Starthebel zurück auf "0"!
Der Gasdrehgriff bleibt stabil in der Vollgasposition, die Zündung ist aus, keine Benzinzufuhr!
Jetzt kann man zur Trocknung mehrmals am Starterseil ziehen, ohne dass der Motor anspringt.
Sobald das Kurbelhaus trocken ist, schiebt man den Starthebel wieder auf "1", um zu starten:
Dabei klickt der Gasdrehgriff automatisch zurück in die Leerlaufposition.
Das ist trickreich. Ich vermute mal, dass sich Herkules was dabei gedacht hat...
Zuletzt geändert von Sparky am Dienstag 1. Juni 2010, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von Sporti »

Also,
wenn bei mir der Motor versoffen ist und nicht mehr anspringen will, dann drehe ich die Zündkerze raus, ziehe mehrmals am Starter damit der überflüssige Sprit durch das Kerzenloch entweicht, trockne die nasse Zündkerze mit einem Lappen, drehe sie wieder ein und beim nächsten Start springt die Kiste meistens an.

Die Methode ist jedenfalls besser, als einen Tennisarm zu bekommen.
Sporti
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Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von tnt-dennis »

@Sparky,
sehr schön beschrieben. Ich mache es auch mit Hilfe Deines Tricks.
Mit geschlossenem Gasschieber hat es bei mir noch nie funktioniert. Da hat man eher einen Tauben Arm als das der Motor trocken wird.

Gruß
Dennis
Sparky

Re: Saxonette mit Startschwierigkeiten

Beitrag von Sparky »

Sporti hat geschrieben:Also, wenn bei mir der Motor versoffen ist und nicht mehr anspringen will, dann drehe ich die Zündkerze raus, ziehe mehrmals am Starter damit der überflüssige Sprit durch das Kerzenloch entweicht, trockne die nasse Zündkerze mit einem Lappen, drehe sie wieder ein und beim nächsten Start springt die Kiste meistens an.

Sporti
So geht es auch. Der Sprit muss raus aus dem Kurbelhaus...
Entweder über den Auspuff oder über's Zündkerzenloch.
Grüße - Sparky :wink:
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