Aus Zwei mach Einen (199 D- und NL-Motoren)

Saxonette, Spartamet und andere
Antworten
yogi

Aus Zwei mach Einen (199 D- und NL-Motoren)

Beitrag von yogi »

Hallo Saxo-Freunde,

ich brauchte mal ein wenig Unterstützung zu folgendem Problem.
Ich habe mir bei eBay zwei 199 Motoren angelacht, einen D-Motor und einen NL-Motor.

Zunächst eine Zustandsbeschreibung der beiden Motoren.
Der D-Motor ist soweit in Ordnung, die Wellendichtungen (Simmeringe) waren verhärten und somit undicht und der Bing-Vergaser hatte zwei Mängel. Von der Vergasergrundplatte ist ein Stück abgebrochen und die Schwimmerkammer hat den üblichen Defekt, eingerissen und deshalb ebenfalls undicht. Kolben und Zylinder sind ohne Riefen. Der Kolbenring hat noch eine Stärke von 1,2 mm, ist also vorsorglich zu ersetzen. Es fehlte nur der hintere Luftfilterdeckel und das Gewinde im Luftfilter- und CDI-Träger ist wie so oft ausgeleiert, überdreht. Mit Sicherheit wurde der Motor von mir zum ersten mal geöffnet.
Ich erwarte keine weiteren Probleme. Mit Geduld und Ersatzteilen lassen sich die Mängel richten.
- - - - -
Kommt mir gerade in den Sinn !!! O-)
Zwischenbemerkung zu dem gerade erwähnten vermurksten Gewinde im Kunststoffgehäuse.
Die meisten Schrauber (Bastler) drehen eine Schraube in ein Kunststoffgehäuse einfach rein ohne darauf zu achten ob sie mit der Schraube auch wirklich den ersten Gewindegang im Kunststoffgehäuse richtig erwischt haben. Weil Kunststoffe relativ nachgiebig sind merken die meisten nicht, daß sie mit der Schraube in den Kunststoff ein neues Geweinde hinnein schneiden. Das macht man nur ein paar mal und dann ist der Gewindesitz im Gehäuse kaputt. Bei der Kombination Metall-Schraube in Metall eindrehen ist das nicht so einfach.

Wie verhindert man das vermurksen? Man setzt die Schraube an und dreht die Schraube so lange zurück, bis man deutlich merkt das die Schraube vom Anfang der Gewindes im Gehäuse abrutscht. Wenn man jetzt die Schraube vorsichig reindreht hat man mit der Schraube den Gewindeanfang im Gehäuse erwischt und kann die Schraube mit Gefühl festziehen. Wird der Gewindesitz im Gehäuse so behandelt kann das Gewinde im Gehäuse fast ewig halten.
- - - - -

Zurück zu den Motoren.
Beim Kauf des NL-Motors habe ich nicht so genau hingesehen, ich wollte in erster Linie das Getriebe haben. Das noch eine Felge (24x590) dabei war um so besser, so habe ich ein weiteres Ersatzrad. Dem Motor war auf den ersten Blick anzusehen, daß er schon einmal geöffnet wurde. Wie sich herausstellte wurde er wohl nur zum Zweck des besseren Verkaufens provisorisch zusammengebaut. (sehr provisorisch) Polrad, Nabenhülse und Achsmuttern sind vorhanden, alle anderen Anbauteile fehlen. Die Mutter am Polrad ist sehr vermurkst, geht zur Not aber noch.

Es stellte sich heraus, das die Wellendichungen relativ neu waren. Der Kolben hatte deutliche Fresspuren (also Schrott) der Kolbenring fehlte, aber der Zylinder ist nach meiner Meinung noch brauchbar, nur ganz geringe Laufspuren sind zu sehen, mit einem Federmesser (Abbrechklinge) kaum zu erfühlen. Solche Zylinder habe ich in den 50ger bis 70ziger Jahren mit neuem Kolben (und Ringen) problemlos weiterverwendet. Das funktionierte mit sogenannten „Expanderringen“ sogar bei Automotoren ohne die Zylinder auf Übermaß neu auszubohren. (bei VW, Opel und Mercedes erfolgreich angewendet)

Die weiteren Innereien des NL-Motors:
Die Kurbelwelle, das Pleuel und die Kupplungsglocke haben Rostspuren. Der Motor lag wohl längere Zeit an einem sehr feuchten Platz herum. Die Getriebeteile sind OK, kaum Flankenspiel und ohne Rost aber die Beilagscheiben fehlen. Die Kupplung ist bis aufs Metall abgelutscht, Kupplungsglocke noch OK, hat aber die schon erwähnten Rostspuren. (sieht wie Ölkohle aus, ist aber Rost) Der Motor wurde offenbar nach dem er rostig wurde, noch eine Weile gefahren.
Die Achse der Kupplungsglocke mit dem 57 Zähne Zahnrad ist defekt. Die Lagerstelle auf dem das große Zahnrad läuft ist einseitig eingelaufen, also unbrauchbar. Das große Zahnrad selbst scheint in Ordnung zu sein, keine fühl- und sichtbaren Verschleißspuren zu sehen. Dieses Zahnrad ist aber bei beiden Motoren (D und NL) identisch also austauschbar. Das Zahnrad würde ich aber nur im Notfall gegen das aus dem D-Getriebe austauschen. Miteinander eingelaufene Zahnradpaare sollten möglichts zusammen bleiben, sie könnten sonst unnötige Geräusche erzeugen. Das Topflager (Nadellager) hinter der Kupplungsglocke fehlt.

Wenn ich also das NL-Getriebe weiterverwenden will muß ich mir eine neue Achse für die Kupplungsglocke mit dem NL-Zahnrad (57 Zähne) besorgen (in Holland?) und das passende Topflager dazu. Alternativ eine komplette Kupplungsglocke für einen NL-Motor. Bis auf das Topflager paßt das NL-Getriebe nach meiner Information (aus diesem Forum) problemlos in einen 199 D-Motor. Allem Anschein nach paßt ein altes 3stufiges Getriebe sogar in Motoren mit höherer Fertigungsnummer. (299, 399, 499, vielleicht sogar in einen 599 ???)

Jetzt meine Fragen dazu:
Hat jemand passende Hinweise zu meiner Beschreibung der beiden Motoren und meiner Absicht mit den Teilen aus beiden Motoren einen schnelleren D-Motor zu stricken in dem ein NL-Getriebe steckt.
Gibt es ein Topflager für das NL-Getriebe, das problemlos in das D-Motorgehäuse paßt. Wenn ja wo kann man es bekommen.
Gibt es eine andere akzeptable Lösung (kein Pfusch) für dieses Problem. Denkbar ist eine passende Hülse und wo kann man so eine Hülse (sehr dünnwandig) bekommen. Ich glaube hier im Forum so etwas gelesen zu haben, finde es aber nicht mehr.

Der Motor ist für eine Spartamet Berceau (deutsche Papiere) bestimmt. :stop:

Für weitere sachdienliche Hinweise wäre ich dankbar, das erspart mir Zeit und wahrscheinlich auch unnötige Ausgaben.

Grüße
Yogi (Jörg)
DiDi
Beiträge: 2098
Registriert: Montag 20. Oktober 2008, 19:27
Wohnort: 42 Remscheid

Re: Aus Zwei mach Einen (199 D- und NL-Motoren)

Beitrag von DiDi »

Hallo Jörg ,
schau mal hier , vielleicht hilft es Dir


http://www.motorfahrrad.eu/viewtopic.ph ... r&start=10
Für den inneren Schweinehund gibt es eine Erklärung aus der Evolution ; er muss uns zugelaufen sein .
Benutzeravatar
PeCeBu
Beiträge: 899
Registriert: Montag 20. Oktober 2008, 18:51
Wohnort: Oberbayern

Re: Aus Zwei mach Einen (199 D- und NL-Motoren)

Beitrag von PeCeBu »

Hallo yogi,
Gibt es eine andere akzeptable Lösung (kein Pfusch) für dieses Problem.
ich habe das Deutsche Topflager in einem D-Motor mit Nl-Innereien, somit mußte der Wurmwellenlagersitz für das Topflager auf D-Norm geschliffen werden.
(Geht auf einer Rundschleifmaschine zwischen Spitzen und Mitnehmer) Privatpersonen haben wohl selten sowas im Keller stehen, aber das ist wirklich kein Pfusch.
Gruß Peter
yogi

Re: Aus Zwei mach Einen (199 D- und NL-Motoren)

Beitrag von yogi »

PeCeBu hat geschrieben:Hallo yogi,
ich habe das Deutsche Topflager in einem D-Motor mit Nl-Innereien, somit mußte der Wurmwellenlagersitz für das Topflager auf D-Norm geschliffen werden.
(Geht auf einer Rundschleifmaschine zwischen Spitzen und Mitnehmer) Privatpersonen haben wohl selten sowas im Keller stehen, aber das ist wirklich kein Pfusch.
Hallo PeCeBu
Guter Rat, Danke. *THUMBS UP*
Ich habe das Problem zwar mit einem 3-Stufengetriebe aber das spezifische Problem ist wohl das gleiche.
Darauf hätte ich auch selbst kommen können, aber die altersbedingten Ausfälle nehmen langsam zu. :redface: :razz: *IN LOVE* :mcgreen:
Werde mich mal schlau machen, wo ich so etwas zu einem akzeptablen Preis in Auftrag geben kann.
In Berlin wird es doch einen Betrieb geben der so etwas machen kann. Das eilt aber nicht, muß sowieso noch
ein paar Kleinigkeiten dafür besorgen.

Gruß
Yogi (Jörg)
Antworten