Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Spiel - Spaß - Unterhaltung und alles, was oben nicht reingehört.
Antworten
DomZurHeide

Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von DomZurHeide »

Ich lese oft, sogar hier in verschiedenen Signaturen, dass sich einige Mitglieder Gedanken über die Kommunikation machen.
Das ist sehr löblich, aber auch nicht so einfach.
Manche Leute glauben, das kann jeder, so wie auch jeder Kinder erziehen kann. (ich hoffe, ihr nehmt mir meine sanfte Ironie nicht böse)

Es gibt eine ganze Reihe von Theorien und Thesen über Kommunikation.

Aber keine Angst!
Ich werde hier keine wissenschaftliche Abhandlung darüber schreiben.

Aber es gibt so einige „Axiome“ der Kommunikation:
1. Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache
2. Man kann nicht „Nicht-Kommunizieren“
3. Die Kommunikation wird durch viele Faktoren beeinflusst
4. Kommunikation ist mehr als nur Austausch/Übertragung von Informationen
usw.

Weil hier in der letzten Zeit oft der Begriff „Aneinander- Vorbei- Reden“ benutzt wurde, gebe ich einfach ein lustiges Beispiel, was es bedeuten kann.
Die eine Person „versteht“ etwas ganz anderes, als der andere meint.
Sie gehen von unterschiedlichen Dingen aus:

Herr und Frau Müller konnten keine Kinder bekommen. Deshalb beschlossen sie, einen "Ersatzvater bzw. Ersatzerzeuger" zu bestellen, damit sie eine Familie gründen konnten.
Am Tag als der Ersatzvater erwartet wurde, küsste Herr Müller seine Frau zum Abschied und sagte: "Also ich gehe jetzt, der Ersatz-Mann müsste bald hier sein."
Es war eine halbe Stunde später, als zufällig ein Baby-Fotograf, der von Haus zu Haus zog, an der Tür klingelte, in der Hoffnung auf einen Auftrag.
"Guten Morgen", grüßte er, "ich komme um...." "Oh, Sie brauchen nichts zu erklären", schnitt Frau Müller ihm aufgeregt das Wort ab, " ich habe Sie bereits erwartet."
"Wirklich", staunte der Fotograf", das ist ja großartig! Wussten Sie, dass Babys meine Spezialität sind?" "Nun, das hatten mein Mann und ich erhofft. Bitte kommen Sie herein und nehmen Sie Platz."
Nach einer Weile fragte sie errötend: "Naja, wo sollen wir denn anfangen?"
"Überlassen Sie ruhig alles mir. Ich versuche es gewöhnlich zweimal in der Badewanne, einmal auf der Couch und vielleicht ein paar Mal auf dem Bett. Manchmal ist es auch auf dem Wohnzimmerteppich sehr reizvoll. Man kann sich dort nämlich so wunderbar ausbreiten."
"Badewanne, Wohnzimmerteppich ... ? Kein Wunder, dass es bei Klaus und mir nie geklappt hat."
"Nun ja, Frau Müller, niemand von uns kann jedes Mal einen Erfolg garantieren. Aber wenn wir verschiedene Positionen ausprobieren und ich aus 6 oder 7 Winkeln schieße, dann bin ich überzeugt, dass sie von dem Ergebnis entzückt sein werden."
"Du meine Güte, das ist eine Menge!" keuchte Frau Müller.
"Sehen Sie Frau Müller, in meiner Branche sollte sich ein Mann immer Zeit nehmen. Ich könnte in 5 Minuten `rein und `raus sein, aber dann wären Sie mit Sicherheit enttäuscht."
"Das wusste ich nicht", sagte Frau Müller leise.
Darauf öffnete der Fotograf seine Aktentasche und zog eine Mappe mit Baby-Fotos heraus. "Diese habe ich oben in einem Bus gemacht", erklärte er.
"Oh, mein Gott!" rief Frau Müller und griff an ihre Kehle.
"Und diese Zwillinge hier, gerieten wider Erwarten ganz toll - wenn Sie bedenken, wie schwierig es war, mit deren Mutter zu arbeiten!"
"Sie war schwierig?" fragte Frau Müller.
"Ich fürchte ja, schließlich musste ich sie in den Park bringen, um diesen Auftrag ordentlich zu erledigen. Die Leute standen in Vierer und Fünferreihen, um einen Blick zu erhaschen."
"Vierer- und Fünferreihen?" japste Frau Müller, die Augen vor Erstaunen weit aufgerissen.
"Ja natürlich, und das für mehr als 3 Stunden. Die Mutter schrie und zeterte herum - ich konnte mich kaum konzentrieren. Und als es zu dämmern begann, musste ich mich mit meinen Schüssen beeilen. Als aber auch noch die Eichhörnchen an meinem Equipment knabberten, musste ich eiligst alles einpacken."
Frau Müller lehnte sich nach vorne: "Sie meinen sie kauten an Ihrem... ehm… Equipment ??????"

"Ja, Frau Müller, das stimmt. - Nun, wenn Sie bereit sind, will ich mein Dreibein aufstellen und wir können sofort mit der Arbeit beginnen."
"Dreibein ???"
"Natürlich Frau Müller, ich benutze ein Dreibein, um mein Gerät darauf zu platzieren. Es ist viel zu schwer, um es länger in der Hand zu halten."
Daraufhin fiel Frau Müller in Ohnmacht...!!!!


Wollt ihr mehr über Kommunikation wissen?

Ich würde dann versuchen, hier in fröhlicher Weise und einfachen Worten (!) dieses Thema zu beleuchten.
Fragen können wir ja auch diskutieren... :smile:

dom
Urban

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von Urban »

Um die Kommunikation zu vereinfachen , mache ich erstmal den Vorschlag.....Fremdwörter wie zB " Axiome" zu vermeiden....das Wort "Grundannahme"
wäre vollkommen ausreichend gewesen und besser verständlich.

Außerdem finde ich das die Kommunikation hier gut funktioniert....wenn mal was falsch läuft wird halt so lange drauf rumgeritten bis alles geklärt ist oder alle
:ironie: beleidigt sind.



ich spreche gern
Urban
DomZurHeide

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von DomZurHeide »

Hallo Urban!

Du hast es auf dem Punkt gebracht! *THUMBS UP*

Man muss die Kommunikation "verständlich" machen!
Kommunikation findet immer zwischen einem Sender und einem Empfänger statt.
Was der eine sendet, muss der andere noch lange nicht empfangen. Oft gibt es "Übertragungsprobleme".
Sie zu minimieren oder gar auszuschließen ist die Kunst der Kommunikation. Dazu mussen erst einmal die "Stör-Einflüsse" bekannt sein, oder wie du es gesagt hast, es einfacher zu machen.

Hier war es die Art der Sprache bzw. die Wortwahl.
Einigen ist das Wort Axiom nicht bekannt und schon könnte ein Verständigungsproblem auftreten.
Außerdem stellt sich die Frage, warum ich diese Wort verwendet habe und nicht seine deutsche Bedeutung!
(ich muss gestehen, ich kannte das deutsche Wort "Grundannahme" gar nicht!)
Die Sprache kann auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe ausdrücken. Wir kennen das alle von den Ärzen, Juristen, Seglern, aber auch Fachkräften einer Branche (gibt es da ein deutsches Wort für?).

Kommunikation beinhaltet somit auch meistens eine "Selbstdarstellung" des Senders.
Man kann einiges aus dem Inhalt, der Form und Art der "Sendung" auf den "Sender" schließen.
Auch aus Wiederholungen eines bestimmten Themenkreises kann man einiges über den Sender "erfahren".

kommunikative Grüße

dom
Urban

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von Urban »

Sprache ist natürlich auch eine Abgrenzung der Schichten untereinander, im normalen Leben funktioniert das meist und der " Herr Professor" oder der " Herr Doktor" ist schnell auch von einfachen Menschen als Interlektueller erkannt und in die Kaste der Mehrwissenden und Besserverdienenden eingestuft. Es gibt eine Handwerkersprache eine sogenannte Hausfrauensprache und natürlich die Gossensprache und es gibt natürlich Menschen die sich in allen diesen Sprachrichtungen zurechtfinden.

.......und jetzt kommt das Internet...........da kann plötzlich jeder mit jedem....und weil man ja alles nervig tippen muß.......macht selbst der " Herr Dr. .......plötzlich Rechtschreibfehler und oder Flüchtigkeitsfehler.........weil im Internet zählt in erster Linie "Schnelligkeit" alle stehen erstmal auf der gleichen Stufe und wer zB im Forum motorfahrrad geschwollen daherredet bzw schreibt steht schnell isoliert und alleine da , findet keine Diskusionspartner und unser zitierter " Herr Dr." steht plötzlich als Depp.da..obwohl Er das im wirklichen Leben wahrscheinlich nicht ist.

Also passt man sich als mittelmäßig intelligenter Mensch bzw User erstmal an schreibt möglichst allgemeinverständlich und begibt sich gemeinsam mit den vielen anderen " Usern" auf die Plattform die den Spaß und den Nutzen des Internets ausmachen.

Also mein Fazit (pardon...Schlußfolgerung) wenn jeder mit jedem will und auch kann bzw könnte : verständlich schreiben...sonst hat der User keine Lust den Mist zu lesen




viele Grüße aus Hawei in den Wald
Urban
DomZurHeide

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von DomZurHeide »

Ja Urban! *THUMBS UP*

Man darf ja auch nicht vergessen, dass Kommunikation auch noch die Übermittlungsart beinhaltet.

Von Angesicht zu Angesicht kann man auch noch die Körpersprache, den Tonfall, den Gesichtsausdruck und auch die Sympathie (das Fremdwort kennt wohl jeder) wahrnehmen.
Je nach Situation kann "Du Hund, du!" eine Beleidigung bedeuten oder aber ein Lob!

Je mach Übermittlungsart fallen bestimmte Wahrnehmungen weg. Am Telefon kann ich nicht sehen, ob jemand lächelt oder zwinkert oder gestikuliert oder böse schaut, die Augen verdreht und und und....
Allerdings kann man am Tonfall (aber auch durch Lachen, Weinen, Schniefen, Kichern) noch einiges erkennen.

Im Internet (Mail) gibt es noch weniger Möglichkeiten, die "Botschaft" oder die "Information" richtig zu deuten.
Hier gibt es nur das geschriebene Wort. Alle anderen Wahrnehmungen sind abeschnitten.
Aber pfiffig, wie die Hacker nun mal sind, haben sie die Emoticons (z.B. Smileys) entwickelt, um diesen Mangel etwas auszugleichen :smile:

Denn je mehr Wahrnehmungen in der Kommunikation abgeschaltet sind, desto größer ist die Gefahr, dass die Botschaften und Information nicht richtig bei dem Empfänger ankommen.

visuell eingeschränkte Grüße

dom
Urban

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von Urban »

Hallo Dom,

da stimme ich Dir voll zu ...es gibt wohl kaum so schnell verletzte Eitelkeiten wie bei der Kommunik krixs Unterhaltung im Internet....aber je mehr man die Sprache vereinfacht, desto klarer wird was man meint

Think easy
Urban
Dieter-K

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von Dieter-K »

Interessante Diskussion!

Hallo Urban, hallo Dom,
eine einfache, verständliche Sprache ist nicht jedem gegeben.
Auch wenn ich mir Mühe gebe und häufiger Sätze umformuliere, damit sie kürzer und einfacher sind, klappt das oft nicht so.

Der Gedankenaustausch ist mit Leuten, die man kennt, sowieso viel leichter als mit persönlich Unbekannten.
DomZurHeide, Sporti, Bernd, R., K., TD, D und viele Andere kennen mich so gut, dass sie nichts in den falschen Hals bekommen, was da nicht auch hingehört.

Im Grunde genommen verstehen wir uns doch meistens. Wie gesagt - meistens.
Ab und an will einer auch bewusst missverstehen. Den würde ich am liebsten in den Allerwertesten treten.
Ist aber in den letzten Monaten nicht vorgekommen.

So schreiben sich Leute, die sich kennen, locker und unverkrampft. Und Fremde sind im schriftlichen Umgang miteinander förmlich und vergleichsweise distanziert.

Dieter
DomZurHeide

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von DomZurHeide »

Danke Dieter!

Du hast wieder einen wichtigen Aspekt der Kommunikation angesprochen! *THUMBS UP*

Es geht darum, welches Verhältnis zwischen Sender und Empfänger herrscht.

Ein Beispiel:

"Was sind das für grüne Dinger in dieser Suppe?"

Diese Frage würde ein Kochlehrer so beantworten: "Es sind Kapern!"
Manche Ehefrauen würden ihrem Mann folgendes antworten: "Wenn dir die Suppe nicht schmeckt, dann koche sie dir das nächste mal selber!" :smile:
Je nach Verhältnis zueinander interpretieren wir in die Botschaft etwas hinein. Das kann richtig sein, muss aber nicht.

Was glaubt ihr, was ich von Iris zu hören bekommen würde, wenn ich im Auto als Beifahrer zu ihr sage:" Du, die Ampel da hinten zeigt Rot!" @=

Es ist selbstverständlich, dass wir mit unserem Chef anders reden, als mit unseren Kindern. Wir reden mit unseren Freunden anders als mit unseren "Feinden".

Das ist so selbstverständlich für uns, dass wir uns dessen gar nicht mehr bewusst werden.

Auch hier im Forum ist das so.

Wenn Bernd etwas schreibt, wird anders geantwortet, als wenn Iris etwas schreiben würde.
Das ist ganz normal.
Auch die Antworten fallen bei bestimmten Personen anders aus, als "offensichtlich" gefragt wurde!
Das hängt davon ab, was wir von dieser Person halten, die gefragt hat, bzw. was wir "glauben", was die "eigentliche Aussage" hinter dieser Frage wäre.
Beispiele haben wir hier in vielzähligen Threads.
Und es muss ja auch nicht immer negativ sein. :wink:

Wochenendgrüße @}->--

dom
Urban

Re: Kommunikation ist mehr als Schrift und Sprache

Beitrag von Urban »

Hallo Dieter,

einfach in den verlängerten Rücken treten geht virtuell naturgemäß schlecht.....oder vielleicht doch.......................

irgendeiner stänkert und schreibt Dieter hat das oder jenes gemacht ...gesagt... getan ;;;;;;;
daraufhin Dieter als Antwort nach Richtigstellung der Fakten..........und zum Schluß trete ich Dir virtuell in den Allerwertesten...das hast Du verdient.



wäre mal gespannt wie das ankäme.






Grüße aus Hawei
Urban
Antworten