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Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 17:30
von nicht mehr Mitglied
Hallo
Frage an die Spezialisten :
Wir haben eine Kupplungsglocke ( Wurmwelle gebrochen ) und jetzt diesen
schönen Abzieher.
Das Lager an der Kupplungsglocke hat einen langen stummel für den W.-Dichtring.
Genau diese Lager sind schwer zu bekommen.
Das Lager wäre nach meiner Prüfung noch brauchbar.
Mit dem Abzieher kann ich es ohne äusserliche Beschädigung abziehen.
Auch ein abgezogenes Lager habe ich geprüft und stelle nichts auffälliges fest.
Frage an : PeCeBu , Sparky ( weiß garnicht ob der schon an Bord ist ) Dieter-K und Jörg aus Schwedt
Bitte nicht mit Theorie zuballern nur berechtigte Gründe die dieses nicht gestatten.
Kann das Lager noch verwendet und verbaut werden ???
Auf jeden Fall werde ich einen SELBSTVERSUCH AN EINEM MEINER MOTOREN VORNEHMEN.
MFG Bernd
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 17:48
von Manny
Hallo Bernd!
Hast mich zwar nicht gefragt, :o aber ich würde doch meinen das ein Lager das schon einmal abgezogen wurde nicht mehr zu verwenden ist, und wenn es noch so gut ist oder aus sieht.
Es kommt doch beim abziehen immer Druck auf den Käfig und wenn er noch so klein ist könnte hier eine Beschädigung auf getreten sein die Du nicht feststellen kannst!
Ich habe fertig!
Gruss
Manny
!
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 18:27
von eddiwars
So würde ich das auch beurteilen. Wieviel kostet ein neues?
Eddi fragte
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 18:45
von Dieter-K
Hallo Bernd,
Unterstellt, dass die Abziehschraube ein M12 x 1,75 Gewinde hat,
ist das max. zulässige Drehmoment an der Schraube 2,7Nm (Schraube gut fetten).
Bei größerem Moment an der Abziehschraube wird die zulässige statische Axialbelastung von 1550 N überschritten, was zur Abplattung der Kugeln führen kann (lt SKF-Hauptkatalog). Bei kleinen Lagern wird von der Hälfte ausgegangen. Ich weiß leider nicht, ob das lager als klein gilt, fürchte aber ja.
Grüße - Dieter
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 18:54
von Dampframme
Ich bin zwar auch nicht gefragt aber trotzdem, beim abziehen könnten druckstellen entstehen , aber nicht auf der Lauffläche, es kann sein das beim bruch der Wurmwelle das Lager einen knacks abbekommen hat,ich würde es in Waschbenzin reinigen und mit Pressluft ausblasen, wenn es gut nachläuft und kein merkbares Spiel zu merken ist würde ich es mit Hochleistungslagerfett einsprühen und wieder verbauen, aber wie gesagt es ist eine ermessensfrage.Auf der sicheren Seite bist du mit Neu einbau.
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 19:04
von Dieter-K
Nachsatz:
Habe gerade nochmal anders gerechnet, kam noch ein peinlich viel geringerer Wert bei raus!
Dieter
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 19:38
von Saxorotti
erwärme das lager vor dem abziehvorgang. danach prüfe es so wie dampframme schrieb und es hat sich.
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 20:38
von Sparky
Hallo Bernd,
Sparky ist schon an Bord, hier meine Antwort zum Thema.
Kann ein abgezogenes Lager nochmals verwendet werden
(zumal wenn ein neues schwer zu bekommen ist)?
1. Hängt von der KRAFT ab, die zum Abziehen erforderlich war.
Je weniger, desto besser (ich hab's nicht abgezogen - du allein weißt es).
2. Die Wälzkörper (z.B. Kugeln) sind normalerweise SEHR hart und nicht das Problem.
Problematisch sind EINDRÜCKE in der Lauffläche, die später dann zu einem "rauhen" Lauf führen. Normalerweise spürt man derlei Beschädigungen auch bei einem "händigen" Betrieb des Lagers, auch unter geringer Last. Wenn sich das Lager von Hand unter einer gewissen Last noch "rund" betreiben lässt und keine "Raststellen/Stoppstellen" zu spüren sind, dann würde ich es durchaus nochmal damit versuchen. Stell' Dir dazu vor ein Tretlager im Wiegetritt. Das ist ja auch eine sehr hohe Lagerbelastung. Deswegen wird das Lager auch nicht gleich ausgetauscht. Die unrunden Stellen in der Lauffläche können nach einiger Betriebszeit sogar wieder etwas einlaufen/sich glätten.
(alles ohne Gewähr)
Grüße - Sparky
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 20:55
von nicht mehr Mitglied
@Sparky
Genau wie Du es ausgedrückt hast :
2. Die Wälzkörper (z.B. Kugeln) sind normalerweise SEHR hart und nicht das Problem.
Problematisch sind EINDRÜCKE in der Lauffläche, die später dann zu einem "rauhen" Lauf führen. Normalerweise spürt man derlei Beschädigungen auch bei einem "händigen" Betrieb des Lagers, auch unter geringer Last. Wenn sich das Lager von Hand unter einer gewissen Last noch "rund" betreiben lässt und keine "Raststellen/Stoppstellen" zu spüren sind, dann würde ich es durchaus nochmal damit versuchen. Stell' Dir dazu vor ein Tretlager im Wiegetritt. Das ist ja auch eine sehr hohe Lagerbelastung. Deswegen wird das Lager auch nicht gleich ausgetauscht. Die unrunden Stellen in der Lauffläche können nach einiger Betriebszeit sogar wieder etwas einlaufen/sich glätten.
Bernd :
So würde ich es erstmal auch beurteilen , zumal die Kugeln groß sind und ich das Lager vom K-Korbzapfen leicht abbekommen habe.
Test : Innenring unter Druck gege aussenring und leicht drehen - Test war OK , kein Hakkeln oder Stopper.
Wenn ein Lager nicht Rund läuft das vermag ich noch zu beurteilen.
Werde Dampframme und Dieter mal Lager in die Hand drücken zum Testen.Mal sehen was die beiden sagen.
Ich meine auch am K.-Korb ist der Lagersitz kürzer wie auf K.Welle.
Schaue mir das morgen noch mal an. Abgezogene Lager habe ich erst mal " EINGETÜTET " und weg gelegt.
MFG
Re: Lagerabzieher : Frage an die Spezialisten
Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 21:14
von Dieter-K
Hallo Bernd,
für Einbau in den eigenen Motor sind alle angestellten Überlegungen o.k.
Grüße - Dieter