Hallo Freunde,
Abmahnungen, ein in weiten Bereichen widerliches Thema, das leider sehr sehr mißbraucht wird.
Sogar als völlig unbedarfter Internetsurfer kann man abgemahnt werden.
Ich habe hier schon mal erwähnt, daß ich seit Jahren ein leidenschaftlicher Familienforscher bin. Da ich bei meiner väterlichen Großmutter nicht weiterkomme suche ich das Internet regelmäßig nach den Ortsnamen ab in denen meine Großmutter und deren Eltern gelebt haben.
Eines Tages fand ich einen dieser Ortsnamen in einer merkwürdigen Datei mit geografischen Koordinaten, wie ich glaubte. Weil ich den Sinn dieser merkwürdigen Auflistung nicht durchschaute habe ich den Link dahin in einer genealogischen Liste veröffentlicht. Sehr schnell kamen Reaktionen darauf und auch eine Erklärung um was es sich handelt. Innerhalb von 3 bis 4 Stunden kam aber auch der Inhaber der Webseite und machte mich zur Sau, was mir einfiele seine Daten zu veröffentlichen. Es stellte sich heraus, daß der Mensch fremde Daten, die er zur persönlichen Nutzung benutzen durfte, ungeschützt auf einen Server abgelegt hatte und ich bin durch meine Suche darüber gestolpert. Er verlange von mir per Listenmail einen Widerruf und eine Erklärung, daß ich die Daten nicht weiter verbreiten werde und verlangte, daß ich die heruntergeladenen Daten von meinem Rechner löschen sollte. Das lehnte ich ab. Schließlich waren die Daten für jedermann zugänglich. Danach allerdings nicht mehr.
Als ich über die Liste massive Drohungen bekam, schrieb ich zurück er solle machen was er will. Wenn er mir aber zu nahe auf die Pelle rückt würde ich ihn juristisch gegen die Wand laufen lassen. Ich war sehr wütend ob solcher öffentlichen Drohungen, war mir aber meiner Sache auch ganz sicher.
Kurz darauf wurde ich von dem Serverbetreiber zu Hause angerufen, es kamen massive Abmahndrohungen.
Am nächsten Tag wurde ich vom Rechteinhaber, der von mir im Internet gefundenen Daten angerufen, mit derselben Aufforderung. Beide waren sehr aufgebracht weil ich angeblich ihre geschützten Daten veröffentlicht habe. Dem war aber nicht so, das sahen die Beiden aber nicht ein. Der Rechteinhaber verlangte am Telefon von mir sogar Schadenersatz von einigen 1000 Euronen, im Weigerungsfall würde er mich verklagen. Die Daten waren für jedermann einzusehen und man konnte sie auch herunterladen. Das haben offenbar auch einige Listenteilnehmer gemacht.
Die Beiden angeblich, oder auch tatsächlich, Geschädigten wollten nicht einsehen, daß ich keine Daten veröffentlicht und keine Daten verbreitet habe, sondern einen Link zu mir unverständlichen Daten auf einer Liste zur Diskussion gestellt habe. Der Fehler lag eindeutig nicht bei mir, sondern beim Serverbetreiber, der die Copyright geschützten Daten ungeschützt auf seinem Server abgelegt hatte.
Einige Tage danach kam noch ein Abmahnschreiben eines Anwaltes mit der Auforderung eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Anbei natürlich eine gesalzene Kostenrechnung, mit der Androhung weiterer 1000der Euros als Strafandrohung wenn ich der Auforderung nicht nachkäme. Ich habe der Anwaltskanzlei einen geharnischten Brief per Mail geschrieben, sie sollten mich mit dem Quatsch in Ruhe lassen sonst würde ich eine Gegenklage einleiten.
So kurz war mein Brief an die Kanzlei natürlich nicht, es waren etwa 3 DIN A4 Seiten. Durch leidvolle Erfahrung (Betrug eines Geschäftsführers) habe ich einige Erfahrungen mit der deutschen Justiz und unseren Wirtschaftsgesetzen. Habe auch einige Bücher zum Thema.
Kurz und Gut ich habe weder von der Anwaltskanzlei noch von den Beiden angeblich Geschädigten wieder etwas gehört.
Was macht in so einem Fall aber ein Normalbürger, der sich mit unserer Justiz nicht auskennt. Der ist verschreckt und zahlt. Darauf haben offenbar auch meine Kontrahenten gesetzt als sie versuchten mich einzuschüchtern und abzuzocken.
Den Mailverkehr mit dieser Angelegenheit habe ich noch.
Gruß, Yogi (Jörg)