das Digitalmodul ist nach einem Jahr Entwicklungszeit reif, vorgestellt zu werden.
Die Anfänge wurden im Dezember 2009 gemacht, nachdem ich gecheckt hatte, ob ich mit einem Microcontroller klar kommen würde oder nicht.
Die E-Technische Teil gestaltete sich dann nicht besonders schwierig. Da hatte ich schon reichlich Erfahrung in 2007 gesammelt.
Dieses Zündmodul macht die Zündung einer Saxonette zur Digitalzündung. Hier wird der Zündzeitpunkt nur nach einer Einflussgröße, der Drehzahl, gesteuert.
Gut zu unterscheiden von einer Kennfeldzündung, bei der der Zündzeitpunkt nach mindestens zwei Einflussgrößen gesteuert wird. Weitere Einflussgrößen können sein: Gasstellung, Ansaugtemperatur, Klopfende Verbrennung. Meine Zündung hat nur die eine Einflussgröße und ist damit eine normale Digitalzündung.
Vergleich mit bekannten Zündmodulen:
Das Originalmodul läuft mit einem festen Zündzeitpunkt bis die Drehzahl in den Abregelbereich ansteigt. Bei weiter steigender Drehzahl wird der Zündfunke analog immer stärker verzögert. Dass der Zündzeitpunkt im Diagramm bereits vor der Abriegeldrehzahl abfällt, erklärt sich durch die elektrische Trägheit der Bauelemente im Modul.
Das T-Modul hat auch einen Zündzeitpunkt, der naturgemäß durch die Trägheit der Elektronik bei steigender Drehzahl immer stärker abfällt. Bei diesem Modul ist aber keine extra Begrenzung eingebaut. Das erlärt seinen bisherigen Erfolg.
Wenn Motoren in gutem technischen Zustand sind und ein wenig freigefahren wurden, drehen sie nur durch das T-Modul höher und fahren sich auch angenehmer als mit dem Originalmodul.
Einen Vergleich beider Zünddiagramme zeigt die folgende Grafik:

Die BZM-Spule arbeitet serienmäßig im Rennmotor eines Minibikes oder Pocketbikes.
Sie zeigt über den gesamten Drehzahlbereich exakt 2 Zündpunkte. An unserer Saxonette zündet sie bis 2500/min knapp 20° vor OT.
Dann wird schlagartig verstellt auf knapp 80° vor OT (in Worten: Achtzig). Dieses Zünd-Timing wird bis zur Höchstdrehzahl beibehalten.
Dabei ist die BZM aufgrund ihres Verhaltens eine Digitalzündung. Über manche Zündprogramme muss man sich wundern.
Ein Digitalmodul ist grundsätzlich FREI bei der Gestaltung der Zündkurve. Der Programmierer kann den Zündzeitpunkt zu jeder Drehzahl so legen, wie es ihm passt. Meistens wird er ihn so legen, wie er ihn für optimal hält. Oder er hat Messungen durchgeführt, aus denen der beste Zündzeitpunkt zu jeder möglichen Drehzahl hervorging.
Eine digitale Batterie-Zündung kann tatsächlich frei programmiert werden. Der Strom für den Funken kommt aus der Batterie, die immer elektrische Energie bereithält. Beachte:
Bei der Magnetzündung, die wir ja haben, muss erst der Zünd-Kondensator geladen sein. Erst danach kann der Funke an beliebiger Stelle ausgelöst werden. Der Arbeitsbereich war mir durch die Lage der Polschuhe zu stark eingeschränkt, sodass ich grundsätzlich das Polrad 1/4 Umdrehung vordrehe und dann fixiere.
Man kann dazu eine zweite Nut am Polrad anbringen (dafür habe ich eine Vorrichtung). Alternativ lässt es sich aber auch absolut sicher und ähnlich genau mit Hilfe einer Schablone in der richtigen Lage montieren. Das ist dann die "keilfreie" Lösung.
Wichtig: So ganz "nebenbei" wird der Zündkondensator durch den Polradversatz um fast 15% höher aufgeladen als bei derselben Zündung am selben Motor ohne Polradversatz.
Im Digitalmodul wird der Funken von einem kleinen Computer (Microcontroller) gesteuert. Dieser Microcontroller hat in seinem Speicher etliche Zündwerte zu bestimmten Drehzahlen. Diese Werte ergeben zusammen eine Zündkurve.
Mein Digitalmodul der ersten Generation verfügt über genügend Speicher für 6 Zündkurven. Das ist für das Finden der besten Zündkurve günstig und erspart mir und meinen Nachbarn etliche Stunden oder Tage Arbeit am Leistungsprüfstand.
Hier jetzt das erste von mir veröffentlichte Bild vom Digitalmodul:
(Einige kennen es schon von Emails)

Da ist schon rein äußerlich Einiges los:
- Kunststoffspritzgussgehäuse
- Geeigneter Verguss für E-technische Anwendungen
- Programmierbuchse 8-polig für Software-Updates
- Funktionsbuchse 9-polig für Sonderfunktionen wie
Ausgang zum Drehzahlmesser (für Diagnose oder fest angebaut)
Zündkurvenwahl (wichtig in der Testphase, besonders für Leute die selber testen wollen)
Betriebsmoduswahl (Polradversatz oder nicht)
- zwei eingelassene Röhrchen zum Festschrauben
Rechts im Bild eine eventuell später folgende Sparversion.
Das Modul ist von mir als Rennmodul konzipiert worden. Bis 13000/min sind die Zündkurven programmiert.
Es kann aber auch so arbeiten, dass es weich einen D-Motor bei 20km/h abregelt (bzw. einen NL-Motor bei 25km/h). Und aufgepasst!!
Es kann auch so arbeiten, dass ein NL-Motor bei 20km/h abregelt. Interessant für gesetzestreue Bürger, denen die Topflager ausgegangen sind.
Ein paar Buchsen sind für Sonderfunktionen über die noch nichts öffentlich gesagt werden kann.
Die Zündkurven fürs Digitalmodul dürft ihr malen: Alles zwischen 60° vor OT und 60°nach OT ist möglich. Die Wahrheit ist: Das schlechte Wetter hat die Testphase unterbrochen, sodass der endgültige Verlauf der Zündkurven noch nicht feststeht. Ich habe schon x davon programmiert und ins Modul geschrieben. Ich selbst kenne die optimalen Zündwerte noch nicht.
Die Zündung erzeugt brauchbare Funken ab 300/min (das ist wegen der E-Start-Modelle ein extrem niedriger Wert) bis über 13000/min.
Die Genauigkeit des Funkens liegt selbst bei 10.000/min bei +-1,05 Grad, bei 13.000/min sind es noch +-1,4°.
Videos aus der Erprobungsphase findet ihr auf youtube unter dem Pseudonym multipaul1956,
oder ihr gebt die Suchwörter "digital" und "Saxonette" ein.
Ich muss ja nicht immer und überall Dieter-K heißen...
Irgendwo kam die Frage, welchen Tuningstand ein Motor haben muss, damit das Modul etwas bringt.
Die Frage ist recht leicht zu beantworten:
Wer viel getan hat, kann eher durch diese Zündung dazugewinnen als derjenige, der kaum etwas oder gar nichts getan hat.
Das Digitalmodul eliminiert mehrere Bremsen, die von einer konventionellen CDI herrühren. Entweder die Drehmomentbremse infolge vorverlegtem Zündzeitpunkt. Oder die Bremse bei Höchstgeschwindigkeit durch zu späten Zündfunken. Mit Polradversatz steigert es obendrein die Zündspannung im Vergleich zur Standardpolradstellung.
Im Fahrbetrieb bedeutet das mehr Leistung und besseres Drehmoment über jeden Drehzahlbereich. Wenn ihr per Verdrehen in EINEM Bereich den besten Zündwert manuell erzielt habt, wird in genau diesem Bereich die Digitalzündung auch kaum mehr bringen. Dafür habt ihr höchst wahrscheinlich in allen anderen Bereichen die Popokarte des Kompromisses gezogen.
Ein Digitalmodul bedeutet auch
- geringere Lagerbelastung
- vollständigere Verbrennung
- bessere Abgaswerte (rein formal)
- geringere Ablagerungen im Motor
- günstigeren Benzinverbrauch
im Alltagsbetrieb.
Ich bin zuversichtlich, eine Leerlaufstabilisierung um 2000/min verwirklichen zu können. Es steht zumindest im Aufgabenheft und wird im Auge behalten.
Unser Leerlauf ist, sagen wir mal, von der Stabilität her verbesserungsbedürftig.
Wird fortgesetzt...Dieter
(habe nachts ein wenig herumeditiert. Am besten, der Entwickler schreibt gar nichts zu seinem Produkt und lässt das Andere machen. Diese feste Regel gilt zumindest in der Industrie. Mit gefährlichem Halbwissen oder Ahnungslosigkeit gehen Berichte einfach viel leichter von der Hand.)



